„Warum Laufen erfolgreich macht und Grünkernbratlinge nicht“ – Dr. Matthias Marquardt

Ich finde ja nicht nur das Laufen als Sport toll, sondern lese auch unheimlich gerne. Und diese beiden Sachen kann man natürlich auch super gut verbinden. So sind schon einige Laufbücher und Biografien von Läufern und anderen Sportlern meiner Lesesucht zum Opfer gefallen. Und warum dann nicht auch hier darüber schreiben, wenn ich mal wieder was übers Laufen lese?  

Das letzte Laufbuch das meinen Weg gekreuzt hat, ist „Warum Laufen erfolgreich macht und Grünkernbratlinge nicht“ von Dr. med. Matthias Marquard. Herr Dr. Marquardt hat schon einige Bücher zum Thema Laufen geschrieben und seine Bücher gehören zur absoluten Läufer-Standard-Literatur. Soweit ich mich erinnere, ist dieses aber das erste Buch, das ich von ihm lese.

Das Buch ist mit ca. 150 Seiten nicht allzu lange und liest sich recht einfach. Wobei als es als Beginner-Buch nicht so empfehlenswert ist. Denn dieses hier geht nicht sonderlich in die Tiefe.

Ich habe z. B. sehr lange darauf gewartet, dass er sein „Natural Running“-Prinzip, um das es in dem Buch geht, erklärt. So richtig hat er das aber nicht gemacht. Er hat zwar immer davon geschwärmt, was alles besser wird, durch „Natural Running“ (beispielsweise soll man einfach Lust auf die richtigen Lebensmittel bekommen), aber die genaue Erklärung war dann doch mehr als schwammig. Letztlich geht es darum, langsam zu laufen, Krafttraining mit einzubauen, das Lauftraining langsam aufzubauen und immer mal wieder Barfuß zu laufen. So hab ich es zumindest verstanden.

Sich stattdessen irgendwelche Lebensmittel zu verbieten, um abzunehmen soll hingegen gar nichts bringen, aber darauf habe man mit „Natural Running“ sowieso keine Lust mehr. Ich für meinen Teil kann sagen, dass auch zu den Zeiten, als ich noch täglich gelaufen bin, ich trotzdem Frittiertes, Schokolade und Gummibärchen mochte. Ich konnte mir das nie abgewöhnen. Bei mir scheint das also nicht zu funktionieren, obwohl ich die Sachen, die er erläutert selbst so gemacht habe. Bis auf das Barfußlaufen, aber an dem kanns wohl nicht liegen.

Was mir persönlich nicht gefallen hat, waren die dargestellten Unterschiede zwischen Mann und Frau. Beispiel: Männer duschen um sauber zu werden und Frauen, damit ihnen warm wird. Bei uns bin dann wohl ich der Mann und mein Mann die Frau.

Vergleiche zwischen Mann und Frau zieht Dr. Marquardt überhaupt oft und eigentlich immer sind sie sehr vorurteilsbehaftet, auch wenn er versucht das witzig rüber zu bringen. Er versucht grundsätzlich immer wieder auf humoristische Art Zugang zum Leser zu finden und schildert typische Alltagssituationen (der Blick in den Spiegel am Morgen, die zu enge Jeans…). Kann man lesen, ich fand es aber bei Fortschreiten des Buches immer ermüdender. Aber ich schätze das ist einfach Geschmackssache.

Herr Dr. Marquardt legt sehr viel Wert auf das Barfußlaufen. Hierbei geht’s ihm um unsere ursprüngliche Art zu laufen, so wie früher und wie es bestimmte Urvölker auch heute noch tun. Also am besten am Ende jeden Laufes: eine Runde Barfuß oder nötigenfalls mit Barfußschuhen. Dies trainiert nämlich die Fußmuskeln richtig, welche bei unserem ständigen mit-Schuhen-laufen in der Regel sehr verkümmert sind. Lust aufs Barfußlaufen hat mir allerdings mehr das Buch „Born to Run“ von Christopher McDougall gemacht. (Hierfür eine klare Leseempfehlung meinerseits).

Was ich auch ziemlich schlecht fand waren seine immer mal wieder eingestreuten Ernährungstipps. Da hieß es z. B. Butter und Fisch wären wertvolle Nahrungsmittel. Wer sich da ein bisschen mit den wissenschaftlichen Hintergründen beschäftigt, sollte schnell feststellen, dass das so gar nicht stimmt. Hierauf einzugehen geht aber hier jetzt zu weit.

Auch hab ich zwei Tabellen gefunden, in welchen die Beschreibung der benutzten Farbe entweder nicht vorhanden war (Tabelle im Buchumschlag, Farbe: hellgrau in der Tabelle, keine Erläuterung was da zu tun ist, ich vermute aber gehen) oder die Beschreibung nicht zur entsprechenden Farbe der Tabelle gepasst hat (BMI-Tabelle auf Seite 12: Hellgrau in der Tabelle gehört laut der Beschreibung wohl noch zu Rot, die weiteren Farben müssten sich dann entsprechend verschieben; bei Mittelgrau und Dunkelgrau steht in der Beschreibung exakt dasselbe, das stimmt auch nicht).

Was ich selbst auf jeden Fall probieren möchte, ist sein Tipp mit der Gute-Laune-Brille, eine Sonnenbrille mit gelben Gläsern, die bestimmte Wellenlängen des Lichts herausfiltert und so ein wesentlich helleres Licht entstehen lässt. Hiervon soll man selbst an trüben Tagen bessere Laune bekommen, weil die Welt einem heller erscheint. Das kann ja mal nicht schaden.

Alles in allem war das Buch ok. Ich werde es nicht nochmal lesen, kann es auch nicht weiterempfehlen und konnte bis auf die Sache mit der Sonnenbrille auch nichts draus mitnehmen. Ich habe allerdings auch schon viele Laufbücher gelesen…

Related Post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert